Mein altes Leben … Mein neuer Alltag … Meine Vorsätze …

Heute möchte ich euch meinen alten und neuen Alltag beschreiben und was ich für mich und meine Familie ändere und was mich dazu bewogen hat.

Die letzten Jahre waren im Nachhinein betrachtet Wahnsinn. Elena kam im Oktober 2012 zur Welt und kurz danach hatte ich die Heel Caps Idee. 2013 habe ich dann das Produkt entwickelt und 2014 neben meiner Verpackungsfirma die ich seit 2007 habe, die Shanks Shoeware eröffnet. Danach nahm alles seinen Lauf.

Im Herbst 2014 befand ich mich bereits bei der Vienna Fashion Week und Ende des Jahres trat dann noch mein erster Arbeitgeber aus Deutschland auf mich zu und fragte mich ob ich denn Interesse hätte Großkundenbetreuung in Ostösterreich für sie zu übernehmen. Die Ereignisse überschlugen sich.

Da saß ich nun mit 2 Firmen und einer 20 Std. Anstellung und einem Kleinkind. Im Grunde habe ich auch alles gut organisiert und wie immer ging mit mir der Ehrgeiz durch. 2015 war für mich bei meiner 20 Std. Anstellung ein sehr erfolgreiches Jahr und ich fühlte mich sehr wohl wieder in einem Team zu arbeiten vor allem da ja noch so ein hoher Anteil von alten Kollegen mit dabei war, d.h. es fühlte sich an, als hätte es die 10 Jahre wo ich weg war gar nicht gegeben.

Bei der Shanks Shoeware lief soweit auch alles ziemlich gut und hoch spannend. Wir haben relativ schnell erkannt, dass mein Produkt besser auf den Nordamerikanischen Markt passt und haben mit Hilfe der WKO unsere Fühler in Richtung USA ausgestreckt. 2015 wurde dann die Phoenix Fashion Week auf mich aufmerksam und ich konnte 2016 als erste Europäerin am 5 monatigen Bootcamp teilnehmen. Das hat bedeutet, dass ich 3x nach Phoenix fliegen musste, um bei den div. Bootcamp Veranstaltungen, wie auch Fashion Shows persönlich anwesend zu sein. Dazu kam, dass wir zwischendurch immer wieder unsere „Hausaufgaben“ machen mussten und ich an wöchentlichen Videokonferenzen teilnehmen musste. Diese fanden für mich blöderweise immer mitten in der Nacht statt, aufgrund der 9 Std. Zeitumstellung. Im Zuge dessen habe ich die Shanks Shoeware Inc. in Denver/USA gegründet.

Alles in allem lief es und ich habe alle meine Aufgabenbereiche akribisch eingeteilt. Die 20 Std. Anstellung für das deutsche Unternehmen wurde schnell zur 30 Std. Anstellung, weil es in der kurzen Zeit nicht zu bewältigen war, somit lief meine Woche wie folgt:

Mo / Mi / Fr. Vormittag sowie Di / Do. ganztags für meine Anstellung. An den verbleibenden Nachmittagen versuchte ich, sobald Elena vom Kindergarten abzuholen war, natürlich so viel ich konnte mit ihr zu unternehmen.

Ich musste mich abends, sobald Phil zu Hause war, bzw. nachts um meine eigene Verpackungsfirma und alles rund um die Shanks Shoeware kümmern. An den Wochenenden holte ich alles nach, was nicht mega dringend war und warten konnte. Ich trainierte mich selbst auf 4 Std. Schlaf. Phil hat sich ständig Sorgen gemacht und es war natürlich nicht hilfreich, wenn ich mich um 2 Uhr morgens ins Bett geschlichen habe. Freunde und der Großteil der Familie bekam mich gar nicht mehr zu Gesicht.

Zwischendurch habe ich dann erkannt, wenn ich so weiter mache, werde ich in absehbarer Zeit da sitzen und ausgebrannt sein. Somit verstand ich dann, dass ich etwas ändern musste.
Phoenix Fashion Week war vorbei und ich entschloss mich, eine Agentur in New York für die Shanks Shoeware zu beauftragen. Da wir das Business auf Online fokussierten und ich darin eh kein Profi war, dachte ich mir, ein guter erster Schritt, um mir Zeit frei zu schaufeln. Dies erlaubte mir dann auch Regeln aufzustellen – Mittwochabend und Wochenenden zu 90% nicht zu arbeiten. Ausnahmen bestätigten die Regel. Zu Beginn war es schlimm, weil ich dann am Abend da saß und die Bürotüre anstarrte und mir dachte „komplette Zeitverschwendung…. So viel Arbeit liegt darin und ich nehme mir vor nicht hineinzugehen“. Tja schockierend, denn man verlernt, was man mit seiner „Freizeit“ anfangen kann. Also versuchte ich auch wieder sportlich was für mich zu tun und ging abends laufen.

Nachdem wir immer wieder davon sprachen und uns schon oft Gedanken dazu gemacht hatten, war es nun soweit. 2017 haben wir uns entschlossen, dass es nun der richtige Zeitpunkt wäre, um nach Kanada zu gehen. Für mich war es immer schon fix, dass ich auswandern werde. Und gemeinsam mit Phil, war es für uns klar, dass wir irgendwann nach Kanada gehen. Damit Elena in Kanada mit der Schule beginnen kann, war jetzt der richtige Zeitpunkt. Somit stand eine radikale Veränderung an.

Meine Anstellung beim Deutschen Unternehmen musste ich daher mit Mai 2018 beenden. Ein Schritt, der mir erneut sehr schwer viel, aber notwendig war. Die Shanks Shoeware wollte ich zuerst als Unternehmen „übersiedeln“, was aber ein Kraftakt gewesen wäre. Daher haben wir uns entschlossen, die Shanks Shoeware in Denver/USA und AT zu schließen. Wie es hier weiter gehen wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Die einzige wirkliche Konstante ist nun schon seit 11 Jahren meine eigene Verpackungsfirma. Die habe ich für mich entschlossen, lasse ich weiter laufen. D.h. meine Bürozeit ist jetzt Mo-Fr. 4 Uhr bis 8 Uhr morgens (bedeutet 13 – 17 Uhr in AT). Telefon wird via Server weitergeleitet und dadurch, dass ich aufgrund meiner Anstellung viel auf Schriftverkehr umstellen musste, habe ich jetzt den Vorteil, dass es keine große Veränderung ist. Weder für mich, noch für meine Kunden. Zum Glück wissen meine Kunden, dass sie sich zu 100% auf mich verlassen können und schenken mir sehr viel Vertrauen, was ich nicht enttäuschen möchte.

Viele denken sich jetzt bestimmt OMG (Oh mein Gott) 4-8 Uhr in der Früh!! Mitten in der Nacht!
Klar, nicht leicht aber wunderbar. 🙂 Ich kann meinen größten Vorsatz verwirklichen: mehr Zeit für meine Familie, Freunde und auch mich selbst.

Wunderbar dahin gehend, dass ich jetzt weiß, wenn ich um 8 Uhr das Büro verlasse, auch alle in AT im Feierabend sind und wenn ich etwas unternehme oder am Vormittag Sport mache, nicht ständig das Telefon neben mir haben muss, weil ein LKW wo stehen könnte und nicht abgeladen wird oder ich für einen Kunden erreichbar sein muss.

Ich kann mich zu 100% auf was immer ich mache konzentrieren und bin dieses Gefühl, ständig verfügbar sein zu müssen, los. Abgesehen davon ist es ein Traum, dann noch den ganzen Tag verfügbar zu haben… denn das fühlt sich wirklich, wie ein täglicher Urlaub an, nur dass ich wirklich konsequent abends zeitig ins Bett gehen muss. 🙂

Ich wünsch euch noch eine schöne Woche
bis bald, Ines

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